Impressionen

26.06.2011 - vierter Lauf zum ECC2011

Die ECURIE Aix-la-Chapelle hat wieder zur traditionellen Oldtimer-Rallye gerufen und rund 70 Teams haben ihre Nennung eingereicht. Das illustre Starterfeld reicht von hochkarätigen Rallye-Cracks bis zu absoluten Neulingen - die volle Palette eben.

08:15 Uhr Frühstück, Papierabnahme, Fahrerbesprechung - das übliche routinierte Prozedere.
Und dann plötzlich der überraschende Start des ersten Teams um 09:31 Uhr - stand aber so im Plan.

Das Bordbuch hat viele Bilder, sprich Karten und Luftaufnahmen, mit eingezeichneter Route und vereinzelt nicht kilometrierten Chinesenzeichen. Die fünf Seiten Teilnehmer-Information lernt jedes Team besser auswendig. Da kommen wir noch drauf zurück. Feste Etappenzeiten sorgen dafür, dass sich keine Pulks von Oldtimern bilden, die dann wieder für Unmut bei den übrigen Straßenverkehrsteilnehmern sorgen.

Los geht's - nach dem Start links raus und dann die kürzeste Verbindung nach Karte/Natur von Aufgabe zu Aufgabe. Zwischen den Karten unbedingt auf Überlappungen achten. D.h der Anfang auf der neuen Karte liegt VOR dem Endpunkt auf der vorigen Karte. Dann muss auch hier der kürzeste Weg zurück zum neuen Anfang gefahren werden. So ist die Vorgabe. Unterwegs sind die beiden ersten Buchstaben der Ortseingangsschilder und die Sichtkontrollen der Ecurie in die Bordkarte einzutragen.

In Belgien dann die erste Wertungsprüfung: Doppel-Nullzeitprüfung nach Skizze. Zeitkontrolle Teil 1 ist gleichzeitig Start zum Teil 2 - weiter nach Chinesenzeichen bis zur WP2 - Sollzeitprüfung nach Luftbild mit eingezeichneter Streckenführung in 2 Min. 55 Sek. Nahtlos schließt sich WP3 an. Die Aufgabenstellung: Eîn A4-Blatt mit Übersichtsplan und 6 Teilskizzen, bezeichnet mit E, C, U, R, I und F - fahren Sie die Aufgabenteile in der Reihenfolge E-C-U-R-I-E in 540 Sekunden. Wohl dem, der die Übersicht behält und merkt, dass Teil "F" NICHT zu fahren ist, sondern Teil "E" zweimal - autsch!

Inzwischen brennt die Sonne vom Himmel. Die zu fahrenden Straßen sind schmal wie Radwege und trotzdem: Wo überall Leute wohnen? - unglaublich.

Chinesen führen nach Limboug, Karte durch Limbourg und weiter mit Chinesen bis hinter Henri-Chapelle, wo WP4 als Sollzeitprüfung in 4 Min. nach Karte zu fahren ist. Die restlichen Chinesen enden an Lodge 7 bei Epen, wo ein leichter Lunch mit herrlicher Aussicht wartet. Mei is' dees schee hier!

45 Minuten - Start zu Etappe 2 mit neuem Bordbuch und neuer Bordkarte. Kürzeste Verbindung, fahren Sie in der Reihenfolge 2a, 2b, 3, 2c - ups - 3 ist ein einzelner Chinese zwei Blätter weiter. Ok, aber der kürzeste Weg zum eingezeichneten Punkt neben der Strecke ist die hintere Einfahrt des Parkplatzes. Heisst: Sichtkontrolle am Straßenrand zweimal aufschreiben! Völlig relaxt geht es weiter per Chinesenzeichen. In Etappe 2 sind auch keine Ortsschilder mehr aufzuschreiben. Das ist ja einfach - mmh, aber manchmal doch nicht wirklich! WP5 - eine Sollzeitprüfung mit 3 Min. 50 Sek. und lauter Chinesenzeichen, unterbrochen von Kartenausschnitten führen zur WP6, einem Rundkurs auf dem Gelände der "fka": 3 Runden mit 120, 115 und 110 Sek. Sollzeit und immer wieder das "EP" aufschreiben - insgesamt 4 Mal.

Drei Karten, wo noch einige "Kinken" eingebaut sind, führen zum Ziel und hier steht doch tatsächlich noch ein "EU" in der Zufahrt - verflixt!

Für die Teams heisst es nun, die verbrauchten Kalorien aufzufüllen und den Flüssigkeitshaushalt wieder auf Level zu bekommen. Dazu ist ausreichend Gelegenheit, bevor zur Siegerehrung gerufen wird. Hier gibt's die eine oder andere Überraschung. Denn: Diese Fahrt war nicht ohne!

Den Gesamtsieg fahren René Göbbels und Tina Stange mit ihrem Golf 1 ein. Diese Leistung hat Applaus und herzliche Gratulation verdient. Aber eigentlich sind alle Sieger, weil sie eine tolle Herausforderung angenommen haben und mit viel Engagement und noch mehr Schweiß (nicht nur ob der Temperaturen) die Aufgaben angegangen sind. Es kann halt nur einen (Gesamtsieger) geben.

Gewinner sind auch die Mannschaften der Ecurie, die eine wirklich anspruchsvolle Tour ausgearbeitet, organisiert und durchgezogen haben - Chapeau meine Damen und Herren!

Klaus D. Jansen
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