Impressionen
25.07.2010 - vierter Lauf zum ECC-2010
Das haben wir in Höfen ganz anders erlebt: Dort besteht die "Blue Man Group" nämlich aus Männlein und Weiblein und die blauen Menschen scheinen in ungezählter Menge einfach überall zu sein. So schon zum Frühstück, wo blau "geshirtete" Helfer und -innen des MSC-Höfen die eintreffenden Teilnehmer der 6. Tour d'Eifel-Classic regelrecht "pampern", wie die Freunde aus USA zu sagen pflegen. Es ist richtig gemütlich in der geräumigen Vereinshalle.
54 Teams aus Nah und Fern haben ihre betagten Fahrzeuge in die Eifel gewuchtet und wollen sich in fairem Wettkampf messen oder auch nur einen schönen Tag geniessen. Alles ist möglich.
Punkt 10:00 Uhr wird zur Fahrerbesprechung um 10:15 gerufen, damit auch pünktlich 10:30 Uhr das erste Fahrzeug auf die Strecke gehen kann. Kurz vor dem Start wird das erstklassige Roadbook mit den Fahrtaufträgen ausgegeben und schon sind die Ersten auf der Strecke.
Nach 1,73 km wird die erste Sollzeitprüfung angesteuert: 10,15 km in genau 11 Minuten. Chinesen-Zeichen führen zum Ziel und anschließend in die Tiefen der Eifel Richtung Blankenheim. In Schmidtheim wartet SP2 als Nullzeitprüfung auf die Teams, bevor es am "Schlemmerhof" vorbei nach Nonnenbach geht. Weitere Punkte auf der Route sind Ripsdorf, Ahrmühle, Waldorf (nicht SAP-Waldorf), Alendorf und Wiesbaum, wo SP3 als Sollzeitprüfung über 4,2 km in 5 Minuten zu absolvieren ist. Dann stehen Flesten, Üxheim und Kerpen (nein - nicht Schumi-Kerpen) auf der Landkarte. Der Tross ist bei Hillesheim angelangt und kehrt im Golfclub Eifel e.V. zur Mittagsrast mit Kaffee und Kuchen ein - frei nach dem Motto: Classic meets Golf! Die Golfer sind eher skeptisch ob der ungewohnten Gäste. Leider findet keine Sonderprüfung im Stile von "Wer hat den längsten Abschlag?" oder "Wer liegt am nächsten zum Loch?" statt. Statt dessen geht es bald frisch gestärkt auf die zweiten neun Loch, ähm... will sagen, auf den zweiten Stint.
Stadt Hillesheim, Oberbettingen, Basberg, Auel, Lissendorf und Gönnersdorf sind malerische Flecken in einer Landschaft, die auch viel weiter im Süden liegen könnte: fast, ja fast wie Toscana. Glauben Sie nicht? :-) Da geht nur selber hinfahren. Es lohnt sich!
Schüller und Stadtkyll sehen eine Nullzeitprüfung (SP4) über 5,95 km bevor es via Hammerhütte nach Kronenburg geht. SP5 und SP6 folgen hinter Hallschlag. SP5 fordert, so nahe wie möglich an einen Pfahl heranzufahren. Gemessen wird der Abstand vom Pfahl bis "zur am weitesten vorstehenden Stelle in der Mitte des Fahrzeugs". Wenn das mal keine klare Ansage ist! Und sogleich folgt SP6 als Sollzeitprüfung über 3,35 km in 4 Minuten.
Traumhafte Sträßchen, die an breitere Fahradwege erinnern, bringen die Oldies (gemeint sind die Autos) durch scheinbar unberührte belgische Landschaft zurück Richtung Kalterherberg. SP7 holt die Teams von Wolke sieben wieder herunter: Wir fahren ja schließlich einen Lauf zum Euregio-Classic-Cup. Zwei Pfosten sind so zu dirigieren, dass die Durchfahrt so schmal wie möglich ist. Die jeweiligen Abstände zur breitesten Stelle des Fahrzeugs ergeben die Fehlerpunkte. SP8 folgt sozusagen auf dem Fusse: Sollzeitprüfung über 6,98 km in 8 Minuten - dann Kalterherberg - Höfen - Ziel. Ach ja - fast vergessen: Da waren ja auch überall Sichtkontrollen aufzuschreiben. Fair gesteckt, wenn man sich von der schönen Landschaft nicht einfangen läßt.
Geschafft, zufrieden, gefrustet, nachdenklich, begeistert - die übliche Ausbeute eines abwechslungreichen Rallye-Tages. Nur, hier in Höfen sind wieder überall "blaue Menschen", die weiterhelfen, einweisen, kühlen Trank reichen, zum üppigen Mahl einladen und anschließend eine zünftige Siegerehrung abhalten. Hier fühlt man sich gut aufgehoben. Abwechselnd müssen Klassenbeste und Gesamtsieger aufs Treppchen. Beifall brandet den Helden des Tages aus dem Auditorium entgegen. Das hat was!
Auch von dieser Stelle ein herzlicher Glückwunsch an die heutigen Gewinner - very well done!
Die Abenddämmerung senkt sich über Höfen und sieht die Rücklichter der letzten Teilnehmer am Horizont (hinter der nächsten Biege) verschwinden. Das war ein schöner Tag, eine tolle Veranstaltung mit großem Engagement organisiert.
Vielen Dank an die "Blue Man Group" aus Höfen!
Klaus Jansen
medien@euregio-classic-cup.de

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